feldbotanik

Korrigenda App Flora Helvetica

Korrigenda & Ergänzungen

Wir schlagen verschiedene Anpassungen (Korrekturen resp. Ergänzungen) für die App der Flora Helvetica (Pro deutsch), Version 1.13, iOS, vor. Die Liste wird laufend ergänzt und überarbeitet.
Rückmeldungen zu den vorgeschlagenen Fehlerkorrekturen gerne an muriel.bendel(at)feldbotanik.ch

1) Bestimmen --> Gattungen --> Veronica/Ehrenpreis:
Veronica catenata/Rötlicher Wasser-Ehrenpreis: Schritt 5 "Fr. stiele fast senkrecht abstehend". Besser wäre: "rechtwinklig abstehend".
Die Beschreibung der Frucht "zerstreut kurz drüsenhaarig" stimmt nicht mit dem Schlüssel (V. catenata muss gemäss Schlüssel einen kahlen Kelch und kahle Früchte aufweisen) und auch nicht mit der Skizze überein.

2) Bestimmen --> Gattungen --> Oxalis/Sauerklee:
Der Stängel von Oxalis dillenii/Dillenius' Sauerklee sollte gemäss Schlüssel niederliegend sein; die Art hat aber nicht niederliegende Stängel sondern niederliegende, fast grundständige Seitenäste.

3) Bestimmen --> Gattungen --> Sparganium/Igelkolben:
Der Bestimmungsschlüssel ist grundsätzlich unbefriedigend.
Sparganium emersum/Einfacher Igelkolben:
--> Die Blätter sind am Grunde nur mit viel Fantasie 3kantig (müssten sie gemäss Schritt 2 im Schlüssel aber sein). Die Blätter sind am Grunde höchstens leicht gekielt. Wenn im Schlüssel eine Angabe zum Blattgrund steht, dann diese Angabe bei Sparganium natans und Sparganium angustifolium ergänzen.
--> Schritt 2: Gewisse Sparganium emersum Bestände weisen mehrheitlich flutende und nur ein paar wenige aufrechte Blätter auf.
Der Schlüssel könnte bei Schritt 2 angepasst werden:
- Alle Blätter flutend oder dem Wasser aufliegend = S. natans und S. angustifolium.
-- Alle oder wenigstens einige Blätter aufrecht (die anderen flutend oder dem Wasser aufliegend) = S. emersum.
--> Ein schönes, eindeutiges Merkmal für Sparganium emersum wären die gitterartigen Quernerven an der Blattbasis, die nur S. emersum besitzt.

4) Bestimmen --> Urtica:
Im Bestimmungsschlüssel sind die Grössenangaben von Urtica dioica und U. urens vertauscht: U. dioica sollte bis über 1 m hoch sein, U. urens 20-50 cm hoch.

5) Bestimmen --> Farnpflanzen:
In den ersten vier Schritten stimmen die Angaben zu den Anzahl Arten nicht: Als zweite Möglichkeit werden immer 79 Arten angegeben...

6) Bestimmen --> Apiaceae/Doldengewächse:
Die Angabe zur Anzahl Arten stimmt nicht, ab Schritt 4 (nach Trinia glauca).

7) Bestimmen --> Fabaceae/Schmetterlingsblütler
Der Familien-Schlüssel hat verschiedenste Fehler drin.
Die Angabe zur Anzahl Arten stimmt an mehreren Stellen nicht, z.B. ab Schritt 3 (z.B. um Lathyrus zu bestimmen).
Genista radiata hat 3teilig zusammengesetzte Blätter - man kommt im Schlüssel aber auf diese Art, wenn man bei "Blätter nicht zusammengesetzt" abzweigt.
Gleichzeitig ist die ganze Gattung Genista unter "Alle oder doch die unteren Blätter zusammengesetzt" aufgeführt (nur G. radiata hat zusammengesetzte Blätter).
Die Gattung Lathyrus besitzt unpaarig gefiederte Blätter (Ausnahmen: L. aphaca, L. nissolia); alle Arten sind im Schlüssel aber (auch) unter "Blätter nicht zusammengesetzt" aufgeführt.
Man kommt auf Genista sagitallis, wenn man bei "Blätter 3zählig, meist gestielt" abzweigt (G. sagittalis hat ungeteilt Blätter).
etc.

8) Bestimmen --> Rosaceae/Rosengewächse:
Der Schlüssel führt nur zur Gattum Geum, wenn man bei "Blätter fiederschnittig oder leierförmig fiederschnittig" abzweigt - wenigstens die grundständigen Blätter sind aber unseres Erachtens ganz klar unpaarig gefiedert mit einem grossen Endteilblatt. Hess/Landolt/Hirzel sehen das auch so (im Familienbestimmungsschlüssel: "Blätter stets gefiedert mit Endteilblatt").
Beim Schritt 4 zu Geum bitte das (25) rausnehmen.

9) Bestimmen --> Gattung Rosa/Rose:
Gemäss Schlüssel hat nur Rosa gallica verschiedenartige Stacheln; andere Arten mit typisch verschiedenartigen Stacheln wie Rosa rubiginosa laufen fälschlicherweise unter der Kategorie "mit lauter gleichartigen Stacheln".

10) Bestimmen --> Gattung Salix/Weide:
Es fehlt die Möglichkeit, die Sommerblätter zu bestimmen.

11) Bestimmen --> Gattung Rhamnus/Kreuzdorn:
Im ersten Schritt im Gattungsschlüssel wird nach gegenständigen resp. wechselständigen Zweigen gefragt. Besser nach gegenständigen/wechselständigen Blättern fragen damit es keine Missverständnisse gibt.

12) Arten --> Juniperus communis/Gewöhnlicher Wacholder:
Bei J. communis s.l./s.str./subsp. alpina ist jeweils von einer Frucht die Rede - bei einem Nacktsamer wäre aber "Scheinfrucht" oder "Scheinbeere" (wie bei J. sabina) korrekt.
Bei J. communis s.l. "Frucht" durch "Samen" ersetzen.
--> Bei Ephedra helvetica und Taxus baccata daselbe.

13) Arten --> Adoxaceae:
Die Früchte der Adoxaceae (Sambucus etc.) gelten als Sammelsteinfrüchte (gemäss "Systematische Botanik" von M. Baltisberger et al., 2013), nicht als Beeren.

14) Arten --> Carex alba/Weisse Segge:
Die Blätter werden praktisch in der gesamten Literatur als kahl beschrieben - die Oberseite der Blätter ist aber in den meisten Fällen fein borstig behaart und erinnert etwas an die Behaarung von C. montana.
Der Blattrand von C. alba ist meist sehr rau und nicht glatt.

15) Arten --> Cardamine hirsuta/Vielstängeliges Schaumkraut:
Die Pflanze muss nicht kahl sein, sondern der Stängel kann auch fein behaart sein. Auf dem Foto in der Flora Helvetica sind die Haare gut zu sehen - das Foto stimmt aber nicht mit der Beschreibung überein.

16) Arten --> Raphanus sativus/Garten-Rettich:
In der Flora Helvetica ist R. sativus als Radieschen abgebildet, aber dies ist nur die Varietät R.sativus var. sativus (Hypocotylknollen rötlich). Es gibt noch mind. 4 andere Varietäten, die keine runden, roten Knollen besitzen und z.T. als Grünfutterpflanzen angebaut werden (vgl. Rothmaler, neuste Ausgabe des Grundbandes).

17) Arten --> Melampyrum/Wachtelweizen:
Bei der Beschreibung der Arten wäre eine Angabe zum Kelch u.U. hilfreich (gerade wenn die Pflanzen verblüht sind, die Farbe der Deckblätter nicht mehr auszumachen ist und sich bei der Form der Deckblätter die Geister scheiden...):
M. nemorosum besitzt einen deutlich behaarten Kelch, während der Kelch von M. sylvaticum und M. pratense kahl oder fast kahl ist.

18) Arten --> Solidago gigantea/Spätblühende Goldrute und Solidago canadensis/Kanadische Goldrute:
Vor den Zeigerwerten steht ein "K" (gross geschrieben"); diese Abkürzung ist aber nicht erklärt. "K" müsste bei den Zeigerwerten im Glossar ergänzt werden.

19) Arten --> Rubus saxatilis/Steinbeere:
In der Beschreibung das wichtige Merkmal "Stängel krautig, einjährig" ergänzen.

20) Arten --> Rosa villosa/Apfel-Rose:
R. villosa besitzt als einzige Rosa-Art oft dicht drüsig gewimperte Kronblätter (Rosa mollis hat höchstens einzelne Kronblätter, die nur abschnittsweise locker drüsig gewimpet sind). In der Beschreibung ergänzen.

21) Arten --> Geranium robertianum/Ruprechtskraut:
Die Blätter besitzen auffällige, aufgesetzte Spitzchen. Diese Spitzchen sind in der Literatur nicht beschrieben/gezeichnet, man sieht sie aber sehr gut. In der Beschreibung ergänzen.

22) Arten --> Neottia nidus-avis/Vogelnestwurz:
Die Orchidee ist kein Saprophyt sondern parasitiert auf einem Pilz (mykoheterotrophe Lebensweise, vgl. Strasburger Lehrbuch der Botanik).

23) Arten --> Aruncus (Wald-Geissbart) und Spiraea (Spierstrauch):
In der Beschreibung ergänzen, dass diese Arten keine Nebenblätter aufweisen - alle anderen Vertreter der Rosaceae (in der CH) besitzen Nebenblätter (Familienmerkmal, im Unterschied zu den z.T. ähnlichen Ranunculaceae).

24) Arten --> Doronicum (Gämswurz)
In der Beschreibung korrigieren, dass sich die Drüsen nur auf die Blätter beziehen: D. grandiflorum hat drüsig behaarte Blätter, D. clusii behaarte Blätter ohne Drüsen.
Beide Arten haben aber am Stängel Drüsenhaare.

25) Arten --> Hieracium pilosella (Langhaariges Habichtskraut)
Bei der in H. pilosella eingeschlossenen Klein-/Unterart (Varietät?) Hieracium velutinum ist nicht nur die Blattunterseite sternhaarig-filzig, sondern auch die Blattoberseite. In der Beschreibung ergänzen.

26) Arten --> Malva neglecta und Malva sylvestris
Bei der Beschreibung Details zu den Früchten ergänzen:
M. neglecta: Früchte fein behaart, kaum runzlig
M. sylvestris: Früchte kahl oder zerstreut behaart, auf dem Rücken mit Grübchen.

27) Arten --> Trifolium badium (Braun-Klee)
Gemäss Artbeschreibung sind die "Kelchzipfel kahl oder mit einzelnen Wimpern". Im Gattungsschlüssel kommt man aber nur auf Trifolium badium, wenn man bei "Kelchzähne gewimpert" abzweigt. --> Schlüssel anpassen.

28) Gattungsschlüssel Rorippa (Sumpfkresse)
Bei Rorippa sylvestris sind die Fruchtstiele oft praktisch waagrecht abstehend (nicht spitzwinklig). Ein besseres Unterscheidungsmerkmal gegenüber R. xanceps wären die Blätter (R. sylvestris: zumindest die unteren Blätter gefiedert; R. xanceps: alle Blätter fiederteilig) oder die Früchte (Unterschiede in der Länge und beim Griffel).

29) Unterscheidung Anagallis foemina (Blauer Gauchheil) & Anagallis arvensis (Acker-Gauchheil) im dichotomen Schlüssel:
Bestes Merkmal sind die Drüsenhaare vorne auf den Kronblättern:
A. arvensis: Drüsenhaare vorne mit verbreitertem Köpfchen,
A. foemina: Drüsenhaare ohne Köpfchen.
(cf. Abbildung in der Flora Gallica 2014, S. 930 & 931)

30) Vegetativer Unterschied Bupleurum stellatum (Sternblütiges Hasenohr) & Bupleurum ranunculoides s.str. (Gew. Hahnenfuss-Hasenohr):
B. stellatum: Blätter nur mit einem Längsnerv, sonst netznervig,
B. ranunculoides s.str: Blätter mit 3-5 Längsnerven.

31) Bestimmen --> Panicum dichotomiflorum (Reisfeld-Hirse) mit dem Familienschlüssel der Poaceae
Das Bestimmen auf die Gattung klappt nicht, da die Gattung Panicum nur mit dem Kriterium "Blattscheiden mit langen, abstehenden Haaren" bestimmt werden kann (Schritt 9 im Familienschlüssel). P. dichotomiflorum hat aber kahle Blattscheiden (Schritt 11).

32) Aster alpinus nicht nur auf Kalk
Aster alpinus wächst nicht nur auf Kalk (wie unter "Lebensraum" angegeben) – die Reaktionszahl ist 3.
Aster amellus wäre eine typische Kalkart (dieser Hinweis fehlt unter "Lebensraum") – die Reaktionszahl dieser Art ist 5.

33) Pyrola rotundifolia auf kalkreichen Böden
Die Reaktionszahl von Pyrola rotundifolia ist eine 4; in der Flora Vegetativa (In-App-Kauf der Flora Helvetica) ist als Lebensraum aber "saure Nadel- und Mischwälder" angegeben.

34) Quirlblütiges Tausendblatt
Myriophyllum verticillatum heisst vermutlich eher Quirlblättriges statt Quirlblütiges Tausendblatt?
Cf. Hess/Landolt/Hirzel (1977), Band 2, Seite 784

35) Bild der Flora Vegetativa von Dipsacus laciniatus falsch
Bei Dipsacus laciniatus ist die Valeriana celtica-Seite aus der Flora Vegetativa eingefügt.

Anregungen

--> In der App der Flora Helvetica kommt man mit dem Bestimmungsschlüssel nicht auf sensu lato resp. aggr., sondern nur direkt auf die Unter- resp. Kleinarten. Es fehlt deshalb nicht nur die Bestimmungsstufe "s.l." und "aggr.", sondern auch die Beschreibung und die Verbreitungskarte (die muss man dann bei den Arten separat nachlesen weil man sie im Schlüssel nicht findet).

--> Es können nicht alle Gattungen mit dem Schlüssel bestimmt werden, z.T. ist nur ein Einstieg in den Familien möglich.
Die Gattung Ulmus kann man mit dem Schlüssel nicht bestimmen – weder bei der Gattung noch bei der Familie. Auch für andere kleine Gattungen (z.B. Parthenocissus) wäre ein Schlüssel hilfreich.

--> Es kann nicht nach Synonymen gesucht werden, was aber u.U. sehr hilfreich wäre (z.B. Fromental, Glatthafer, Bromus mollis).

--> Verschiedene, international anerkannte Synonyme (z.T. akzeptierte Namen) fehlen, u.a. Dioscorea communis für Tamus communis; Persicaria maculosa für Polygonum persicaria; Chamerion angustifolium für Epilobium angustifolium, Rosa alpina für Rosa pendulina, Adenostyles glabra für Adenostyles alpina, Jacobaea uniflora für Senecio halleri etc.

--> Es wäre sehr schön, wenn der digitale Schlüssel keine Abkürzungen (B., Bl., K., N., Gr., zus., ...) verwenden sondern alles ausschreiben würde.

--> Von "lateinischen" Namen zu sprechen ist nicht ganz korrekt. Wenn, dann "wissenschaftliche" Namen oder "Botanische Pflanzennamen" o.ä.

--> es wäre sehr wünschenswert, wenn nicht nur ein Foto sondern mehrere Fotos pro Art vorhanden wären. Noch schöner wäre, wenn zwei Arten miteinander verglichen werden könnten, d.h. wenn zwei Fotos, zwei Beschreibungen oder zwei Verbreitungskarten gleichzeitig geöffnet werden könnten (in der App Butterflynder ist es z.B. möglich, Fotos von verschiedenen Schmetterlingsarten miteinander zu vergleichen).

--> Verweise von einer Art auf eine andere ähnliche Art sind hilfreich - noch hilfreicher wäre aber, wenn nicht nur die Flora-Helvetica-Nummer der Art angegeben ist, sondern wenn auch der wissenschaftliche (und deutsche) Name aufgeführt sind (z.B. beim Verweis von Inula salicina auf Buphthalmum salicifolium). Noch schöner: Ein Hyperlink auf die ähnliche Art.

--> Die Gattung Pulsatilla wird bei den meisten Arten auf Deutsch mit Anemone übersetzt, was aber wegen der klar unterscheidbaren Gattung Anemone etwas unschön ist.

Stand: 17. Juni 2017