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Korrigenda App Flora Helvetica

Korrigenda & Ergänzungen

Wir schlagen verschiedene Anpassungen (Korrekturen resp. Ergänzungen) für die App der Flora Helvetica (Pro deutsch), Version 2.0, iOS, vor.
Sobald die Errata von infoflora.ch in der App der Flora Helvetica angepasst sind, wird die untenstehende Liste entsprechend überarbeitet.

Rückmeldungen zu den vorgeschlagenen Fehlerkorrekturen gerne an muriel.bendel(at)feldbotanik.ch

1) Bestimmen --> Gattungen --> Bromus
Zu Bromus inermis aggr. kommt man nur, wenn man sich für "Blätter und Blattscheiden kahl" entscheidet - wenigstens die Kleinart B. pumpellianus hat aber Blätter, die oberseits meist behaart sind.

2) Bestimmen --> Gattungen --> Poa
Die unteren Blattscheiden von Poa hybrida sind wenigstens auf dem Kiel immer rau; die oberen Blattscheiden sind teilweise aber glatt. "Alle Blattscheiden rau" durch "Untere Blattscheiden rau" ersetzen.

3) Bestimmen --> Gattungen --> Myosotis
Bei M. ramosissima und M. discolor wäre "Kronröhre zur Blütezeit..." vermutlich korrekter als "Kronröhre zur Fruchtzeit..."
Die Kronröhre ist zur Fruchtzeit nicht mehr zu sehen.

4) Bestimmen --> Gattungen --> Geranium
Das Staubfäden-Merkmal ist zwischen G. pratense und G. sylvaticum vertauscht: Bei G. pratense sind die Staubfäden am Grund abrupt auf fast 2 mm verbreitet; bei G. sylvaticum sind die Staubfäden zum Grund hin allmählich auf 1 mm verbreitet.

5) Bestimmen --> Familien --> Poaceae --> Festuca gigantea
Festuca gigantea kann mit dem Familienschlüssel nicht bestimmt werden - man landet auf Grund der langen Ährchen und langen Grannen auf Bromus.

6) Bestimmen --> Gattungen --> Veronica/Ehrenpreis:
Veronica catenata/Rötlicher Wasser-Ehrenpreis: "Fruchtstiele fast senkrecht abstehend". Besser wäre: "rechtwinklig abstehend".

7) Bestimmen --> Gattung Rhamnus/Kreuzdorn:
Im ersten Schritt im Gattungsschlüssel wird nach gegenständigen resp. wechselständigen Zweigen gefragt. Besser nach gegenständigen/wechselständigen Blättern fragen damit es keine Missverständnisse gibt.

8) Arten --> Raphanus sativus/Garten-Rettich:
In der Flora Helvetica ist R. sativus als Radieschen abgebildet, aber dies ist nur die Varietät R.sativus var. sativus (Hypocotylknollen rötlich). Es gibt noch mind. 4 andere Varietäten, die keine runden, roten Knollen besitzen und z.T. als Grünfutterpflanzen angebaut werden (vgl. Rothmaler, neuste Ausgabe des Grundbandes).

9) Arten --> Melampyrum/Wachtelweizen:
Bei der Beschreibung der Arten wäre eine Angabe zum Kelch u.U. hilfreich (gerade wenn die Pflanzen verblüht sind, die Farbe der Deckblätter nicht mehr auszumachen ist und sich bei der Form der Deckblätter die Geister scheiden...):
M. nemorosum besitzt einen deutlich behaarten Kelch, während der Kelch von M. sylvaticum und M. pratense kahl oder fast kahl ist. 

10) Arten --> Geranium robertianum/Ruprechtskraut:
Die Blätter besitzen auffällige, aufgesetzte Spitzchen. Diese Spitzchen sind in der Literatur nicht beschrieben/gezeichnet, man sieht sie aber an den Plfanzen sehr gut. In der Beschreibung ergänzen.

11) Arten --> Neottia nidus-avis/Vogelnestwurz:
Die Orchidee ist kein Saprophyt sondern parasitiert auf einem Pilz (mykoheterotrophe Lebensweise, vgl. Strasburger Lehrbuch der Botanik).

12) Arten --> Hieracium pilosella (Langhaariges Habichtskraut)
Bei der in H. pilosella eingeschlossenen Klein-/Unterart (Varietät?) Hieracium velutinum ist nicht nur die Blattunterseite sternhaarig-filzig, sondern auch die Blattoberseite. In der Beschreibung ergänzen.

13) Arten --> Malva neglecta und Malva sylvestris
Bei der Beschreibung Details zu den Früchten ergänzen:
M. neglecta: Früchte fein behaart, kaum runzlig
M. sylvestris: Früchte kahl oder zerstreut behaart, auf dem Rücken mit Grübchen.

14) Aster alpinus nicht nur auf Kalk
Aster alpinus wächst nicht nur auf Kalk (wie unter "Lebensraum" angegeben) – die Reaktionszahl ist 3.
Aster amellus wäre eine typische Kalkart (dieser Hinweis fehlt unter "Lebensraum") – die Reaktionszahl dieser Art ist 5.

15) Pyrola rotundifolia auf kalkreichen Böden
Die Reaktionszahl von Pyrola rotundifolia ist eine 4; in der Flora Vegetativa (In-App-Kauf der Flora Helvetica) ist als Lebensraum aber "saure Nadel- und Mischwälder" angegeben.

16) Quirlblütiges Tausendblatt
Myriophyllum verticillatum heisst vermutlich eher Quirlblättriges statt Quirlblütiges Tausendblatt? Cf. Hess/Landolt/Hirzel (1977), Band 2, Seite 784

17) Lolium rigidum
Der Stängel unterhalb des Blütenstandes scheint bei den allermeisten Individuen nicht rau, sondern wie bei L. perenne glatt zu sein.
Bestes Bestimmungsmerkmal für Lolium rigidum: Einjährig (statt mehrjährig) & Lebensraum Acker. 

18) Helianthemum apenninum – Allgemeine Verbreitung
Die Art ist ein westmediterran-atlantisches Element (cf. Hegi) und nicht nicht nur "mediterran" verbreitet.

19) Bestimmen --> Gattungen --> Viola
Bei Viola mirabilis ist vor allem der Stängel (nicht der Blattstiel) einzeilig behaart.
Die Nebenblätter von Viola mirabilis sind zwar nicht gefranst, aber gewimpert.

20) Bestimmen --> Gattungen --> Carex
Für die Unterscheidung zwischen Carex sempervirens und Carex firma eignet sich der Fruchtschlauch nicht: Bei C. sempervirens ist er tatsächlich glänzend - bei C. firma aber nicht matt (so sollte er gemäss Schlüssel sein), sondern ebenfalls leicht glänzend.
Ganz allgemein scheinen sich im Carex-Schlüssel zahlreiche Fehler eingeschlichen zu haben: Carex montana bildet Horste und ist keine typische Ausläufer-Segge; auch Carex pilulifera ist falsch aufgeschlüsselt (hat Horste und blattartige Hochblätter) etc.

21) Bestimmen --> Gattungen --> Verbascum
Für die Unterscheidung zwischen Verbascum densiflorum und Verbascum thapsus eignet sich die Grösse der Blüten nur bedingt: Viel besser ist die Grösse der Staubbeutel.
Die Grösse der Blüten ist im Schlüssel irreführend.

22) Bestimmen Polemonium caeruleum
Das Bestimmen ist nur erfolgreich, wenn man im Teilschlüssel VIII bei "Blätter gegen- oder quirlständig" abzweigt - die Art hat aber wechselständige Blätter.

23) Bestimmen Wasserpflanzen
Irgendetwas stimmt mit der Anzahl Pflanzen im digitalen Schlüssel bereits bei der ersten Frage nicht...

24) Bestimmen --> Poaceae --> Melica
Der Familienschlüssel suggeriert, dass alle Melica-Arten ein speziell gebildetes Blatthäutchen aufweisen (Blatthäutchen gegenüber der Blattspreite mit spitzem Anhängsel) - das ist aber nur bei Melica uniflora so.

25) Bestimmen --> Poaceae --> Phalaris arundinacea
Schritt 14: "Blätter 10-20 cm breit" resp. "Blätter <10 cm breit" --> lang? mm statt cm?

26) Bestimmen --> Polygonum --> Polygonum mite
Im Schlüssel werden Polygonum mite und Polygonum minus auch auf Grund des Blütenstandes unterschieden: Bei P. mite ist er "meist überhängend", bei P. minus "meist aufrecht". In der Beschreibung von Polygonum mite steht dann aber fälschlicherweise, dass der Blütenstand "kaum überhängend" ist.

27) Bestimmen --> Eragrostis --> Eragrostis multicaulis
Gemäss Schlüssel sollte die "Rispe dicht zusammengezogen" sein; sie scheint aber eher ausgebreitet zu sein (auch auf dem Foto zu sehen).

28) Bestimmen --> Brassicaceae --> Arabis alpina
Beim Schritt 11 stimmt die Anzahl Arten nicht mehr; insgesamt sollten 64 Arten abzweigen, bei der nächsten Frage ist die Summe der Arten aber 37 + 61.
Da es im Brassicaceae-Schlüssel 4 Möglichkeiten gibt, die Gattung Arabis zu bestimmen, sind auch nicht alle "Wege zurück durch den Schlüssel" korrekt - bei Arabis alpina ist die Blütenfarbe beispielsweise "rosa oder violett".

29) Luzula multiflora aggr.
Im Exkursionsführer resp. im dichotomen Bestimmungsschlüssel in der App gibt es neu ein Luzula-multiflora-Aggregat, bestehend aus L. sudetica, L. alpina und L. multiflora
Dieses Aggregat ist in der Illustrierten Flora Helvetica aber nicht zu finden, die drei Arten werden als eigene Arten (nicht als Kleinarten eines Aggregates) aufgeführt.

30) Bestimmen --> Gefässsporenpflanzen --> Cyrtomium fortunei
Die Anzahl Arten stimmt bei Schritt 13 ("Nerven auf der Blattunterseite netzartig verbunden... (Gattung Cyrtomium)") nicht - statt 19 Arten (Cyrtomium, Dryopteris und Polystichum) sollten nur die beiden Cyrtomium-Arten hier abzweigen.

31) Bestimmen --> Gefässsporenpflanzen --> Dryopteris remota
Die Frage nach der Anzahl Leitbündeln an der Blattstielbasis (Schritt 10) ist nicht sehr glücklich - denn dann müssten bei den Gattungen Athyrium, Cystopteris, Gymnocarpium, Polypodium, Woodsia (!), Cyrtomium, Dryopteris, Oreopteris, Phegopteris, Polystichum und Thelypteris immer ein ganzer Wedel abgerissen werden, um diese Frage beantworten zu können und einen Schritt weiter zu kommen.

32) Bestimmen --> Poaceae --> Muhlenbergia mexicana
Um zu Muhlenbergia mexicana zu gelangen, muss bei "Ährchen mit Grannen" abgezweigt werden, obwohl die Granne bei dieser Art 0-2 mm lang ist (und somit höchstens unter "Grannenspitze" läuft und nicht unter einer eigentlichen Granne).

33) Bestimmen --> Torilis --> Torilis japonica und T. arvensis
Die Fruchtstacheln sind grad umgekehrt – T. arvensis besitzt Fruchtstacheln mit kleinen Häkchen, T. japonica gerade Fruchtstacheln ohne Häkchen.

34) Bestimmen --> Cyperaceae --> Kobresia simpliciuscula
Die Beschreibung des Blattes ist im Schlüssel nicht ganz eindeutig: Beim Schritt 6 steht "Blatt borstenförmig", beim Schritt 7 "Blatt rinnig, ca. 1,5 mm breit". 
In der Flora Helvetica ist das Blatt ebenfalls mit "rinnig" beschrieben.

35) Bestimmen --> Epilobium --> Epilobium ciliatum
Die Art hat gemäss Schlüssel 2–3 mm lange Kronblätter; nach der Flora Helvetica-Beschreibung sind die Kronblätter aber 4-6 mm lang.

36) Beschreibung Geranium sylvaticum und G. rivulare
Der Vergleich zwischen den beiden Arten bezieht sich nicht auf die Länge der Frucht mit Schnabel, sondern auf die drüsenhaarigen resp. drüsenlosen Blüten- (resp. Frucht-)stiele.

37) Bestimmen --> Fraxinus --> Fraxinus excelsior
Kronblätter fehlen bei F. excelsior immer, Kelchblätter können aber vorhanden sein.

38) Acinos
Sowohl Acinos arvensis als auch A. alpinus zeichnen sich durch einen in der unteren Hälfte bauchig erweiterten Kelch aus (Hess/Landolt, Flora der Schweiz, Band 3, S.140).
Die beiden Zeichnungen suggerieren aber eine relativ schlanke Kelchröhre, ohne auffällige bauchige Erweiterung.

39) Bestimmen --> Rhinanthus --> R. angustifolius und R. antiquus
Text wird bei Schritt 4 nicht vollständig angezeigt.

40) Arten: Polygonum persicaria und P. lapathifolium
Die beiden Arten lassen sich auf Grund ihres Blütenstiels gut unterscheiden:
P. persicaria besitzt einen kahlen Blütenstiel, bei P. lapathifolium ist der Blütenstiel mit Drüsen besetzt (Lupe).
--> dichotomes Unterscheidungsmerkmal in der Flora Gallica (S. 916)

Anregungen

--> Von "lateinischen" Namen zu sprechen ist nicht korrekt. Wenn, dann "wissenschaftliche" Namen oder "botanische Pflanzennamen" o.ä. 

--> Verweise von einer Art auf eine andere ähnliche Art sind grundsätzlich hilfreich. Noch besser als der wissenschaftliche Name und die Nummer der Art wäre ein direkter Hyperlink auf die ähnliche Art.

--> Die Gattung Pulsatilla wird bei allen Arten (ausser bei P. vernalis) auf Deutsch mit Anemone übersetzt, was aber wegen der klar unterscheidbaren Gattung Anemone unschön ist.

In-App Flora Vegetativa

Allgemein:
Es wäre sehr schön, wenn neben den Arten auch die Schlüssel, Übersichtstabellen etc. bei den jeweiligen Arten verfügbar wären.

Bei den Arten der Gattung Brachypodium fehlen nach wie vor die Zeichnungen aus der Flora Vegetativa.


Exkursionsführer

1) Tafel 3, Seite 59: Es scheinen sich verschiedene Fehler eingeschlichen zu haben; u.a. ist die Nummer 4 Dryopteris affinis und nicht D. dilatata.

2) Die vielen neuen, kleinen Zeichnungen sind grossartig und sehr hilfreich. Leider wurden sie nicht in die Illustrierte Flora übernommen; nun gibt es z.T. widersprüchliche Zeichnungen zwischen dem Exkursionsführer und der Illustrierten Flora (z.B. bei Glyceria fluitans).


Stand: 16. September 2018